Thomas A. Seidel (geb. 1958 in Neukirchen/Pleiße) ist ein evangelischer Theologe und Historiker mit Schwerpunkt auf der kirchlichen Zeit- und Landesgeschichte Mitteldeutschlands. Er studierte von 1979 bis 1986 Evangelische Theologie am Theologischen Seminar Leipzig, absolvierte anschließend sein Vikariat in Thüringen und wurde 1988 ordiniert.
Seidel arbeitet seit den 1990er-Jahren zu politischen und kirchlichen Transformationsprozessen in der DDR und der frühen Bundesrepublik. Seine Forschungsinteressen gelten insbesondere der Neuordnung der Kirchenstrukturen zwischen 1945 und 1951; hierzu legte er seine Promotionsschrift an der Universität Leipzig vor (Im Übergang der Diktaturen).
Seit 2010 war er an leitenden Positionen in Kirche und Religionspolitik tätig, unter anderem als Beauftragter der Thüringer Landesregierung für das Reformationsjubiläum „Luther 2017“. 2018 übernahm er die Leitung der Diakonenausbildung am Diakonischen Bildungsinstitut Johannes Falk.
Seidel veröffentlicht regelmäßig zu kirchengeschichtlichen, systematisch-theologischen und gesellschaftspolitischen Themen. Für sein langjähriges Engagement wurde ihm 2023 das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
