Holzwege der Selbstsäkularisierung: Zur Identitätsfrage der Kirche

Holzwege Der Selbstsäkularisierung

Bei einer Podiumsdiskussion sagte jüngst eine Kollegin, die evangelische Kirche müsse endlich ihre Nabelschau beenden, „Kirche für andere“ sein – und dafür den Unterschied von Kirche und Nicht-Kirche überwinden. Applaus.

Ich biss mir auf die Zunge (was mir bekanntlich schwer genug fällt) und dachte: Mit welcher Nonchalance hier aus der Not des erwartbaren Endes der empirischen evangelischen Volkskirche eine Tugend gemacht wird – nämlich die Entgrenzung des Christentums hin zu einer säkularen, humanistischen Menschheitsreligion –, ist schon bemerkenswert.

Gegen diesen theologischen Kurzschluss schreibt der Sonntagsblatt-Kolumnist Ralf Frisch in seiner neuen Kolumne über die Holzwege der Selbstsäkularisierung – und warum sie keine Königswege sind.


Ralf Frisch: „Warum es der Kirche nichts nützt, sich selbst zu säkularisieren“ (Sonntagsblatt)

Logo des Forums Kirche & Theologie mit stilisiertem Alpha-Zeichen und Kreuz
Weitere Beiträge in unserem Forum lesen:

Wie das Smartphone unsere Anthropologie verändert

Bei einem Abend in der Notaufnahme saßen vor mir drei Kinder – mucks­mäuschen­still, jedes versunken in sein Smartphone. Diese fast unheimliche Ruhe hat mich nicht losgelassen. Während nebenan Menschen stöhnten und Türen aufschwangen, glitt mein Blick immer...

Ein Heiligabend, der anders verläuft als geplant

Es begab sich aber zu der Zeit, dass die neunjährige Anna ausersehen wurde, im Weihnachtskrippenspiel ihres Dorfes eine Rolle zu spielen, um die sie alle beneideten. Sie, nicht etwa ihre seltsame Nachbarin und Nichtfreundin Heidi, durfte das Hirtenmädchen sein und in...