Bei einer Podiumsdiskussion sagte jüngst eine Kollegin, die evangelische Kirche müsse endlich ihre Nabelschau beenden, „Kirche für andere“ sein – und dafür den Unterschied von Kirche und Nicht-Kirche überwinden. Applaus.
Ich biss mir auf die Zunge (was mir bekanntlich schwer genug fällt) und dachte: Mit welcher Nonchalance hier aus der Not des erwartbaren Endes der empirischen evangelischen Volkskirche eine Tugend gemacht wird – nämlich die Entgrenzung des Christentums hin zu einer säkularen, humanistischen Menschheitsreligion –, ist schon bemerkenswert.
Gegen diesen theologischen Kurzschluss schreibt der Sonntagsblatt-Kolumnist Ralf Frisch in seiner neuen Kolumne über die Holzwege der Selbstsäkularisierung – und warum sie keine Königswege sind.
Ralf Frisch: „Warum es der Kirche nichts nützt, sich selbst zu säkularisieren“ (Sonntagsblatt)

