Bei einem Abend in der Notaufnahme saßen vor mir drei Kinder – mucksmäuschenstill, jedes versunken in sein Smartphone. Diese fast unheimliche Ruhe hat mich nicht losgelassen. Während nebenan Menschen stöhnten und Türen aufschwangen, glitt mein Blick immer wieder auf diese Displays – und in meinem Kopf begann eine gedankliche Rückwärtsbewegung: von heutigen Geräten zu den ersten Werkzeugen der Menschheit.
Plötzlich war da dieses doppelte Bild: eine scharfkantige Steinscherbe in der Hand eines frühen Menschen – und Stanley Kubricks berühmter „Bone Cut“. Was machen Werkzeuge aus uns? Und was machen wir aus uns, wenn das Smartphone längst nicht mehr nur Gegenstand ist, sondern Mitspieler unseres Denkens, Fühlens und Wahrnehmens?
Im Sonntagsblatt ist die Kolumne unter dem Titel „Ralf Frisch über einen Abend in der Notaufnahme – ein Blick in Vergangenheit und Zukunft der Menschheit“ erschienen.
Hier die Kolumne im Sonntagsblatt lesen.

