Fundstelle: Ralf Frisch: „Weihnachten, das antisäkulare Fest“ (WELT, Debatte, 24.12.2025).
Ralf Frisch beschreibt einen theologischen Reflex, der in der Adventszeit besonders stark werde: Den Drang, Weihnachten so zu predigen, dass es dem Zeitgeist passt. Er nennt das beim Namen: „Er heißt Selbstsäkularisierung.“ Statt Evangelium gebe es dann gut gemeinte Lebenssätze – und Weihnachten werde zum Fest des „besseren Selbst“.
Sein Gegenakzent ist klar: Der Kern der Weihnachtsbotschaft ist keine Moral, kein Humanismus-Programm und kein „Werde besser“, sondern Rettung. Gerade weil der Mensch sich und die Welt nicht selbst heilen kann, komme Gott zur Welt. Darum gebe es für die Weihnachtsbotschaft auch kein säkulares Ersatzwort – am Ende steht der Satz: „Euch ist heute der Heiland geboren.“

