Tagung 2026

Fehlt Gott?

Kirche und Theologie
inmitten religiöser Indifferenz

Dritte öffentliche Tagung des Forums Kirche & Theologie

am 22. und 23. März 2026 in Leipzig

Jan Loffeld attestiert der gegenwärtigen Gesellschaft eine tiefgreifende religiöse Indifferenz. Provokativ gefragt: Verhält es sich in Kirche und Theologie anders? Oder ist ihre Selbst­säkularisierung schon so weit fortgeschritten, dass auch ihnen nichts mehr fehlt, wenn Gott fehlt?

Gelegentlich hat es den Anschein, als stünde Gott einer vitalen Zukunft von Kirche und Theologie im Weg. Von Gott ist nichts zu erwarten – auch kein Aufschluss angesichts existenzieller Krisen. Nichttheologische Problemlösungsstrategien muten vertrauen­erweckender an. Und so wirken Kirche und Theologie zuweilen wie eine Probe aufs Exempel, ob es auch ohne Gott – und ob es ohne Gott vielleicht sogar besser – geht. Mancherorts ist die evangelische Gottesscham größer als die Gottesfurcht.

Nicht selten sucht die öffentliche kirchliche Kommunikation ihr Heil in der Flucht in die theologische Unkenntlichkeit. Nach dem Motto: Je weniger man uns als Kirche erkennt, desto weniger nimmt man Anstoß an uns, und desto unwahrscheinlicher wird ein Kirchenaustritt. Je weniger wir den Menschen metaphysisch zumuten, desto geringer ist das Risiko, dass sie uns für ewiggestrig halten und uns den Rücken kehren. So wird das Wort Gott zum Störfaktor. Gott fristet sein Dasein allenfalls als Adiaphoron. An Gott zu glauben ist nicht wirklich notwendig. Es schadet andererseits aber auch nicht, moralische Kommunikation hin und wieder mit dem Wort Gott zu veredeln.

Jürgen Habermas hat die evangelische Theologie unlängst daran erinnert, dass eine immer säkularer werdende Theologie ihre eigene Fortexistenz massiv gefährdet, wenn sie die theologischen Fundamente vernachlässigt, von denen sie zehrt. Ein Christentum „oben ohne“ (Theodor W. Adorno) mag verführerisch sein, verstärkt aber faktisch die religiöse Indifferenz und Ideologieanfälligkeit des nachchristlichen Abendlands.

Die dritte Tagung des Forums Kirche & Theologie eröffnet Gesprächs- und Denkräume, um gemeinsam über theologische Wege aus der religiösen Indifferenz nachzudenken und Inspiration für die Zukunft von Kirche und Theologie zu gewinnen.

Herzliche Einladung nach Leipzig!

Im Namen des Vorstands
Prof. Dr. Dr. Günter Thomas, Bochum
Kirchenrat Dr. Volker A. Lehnert, Düsseldorf

Programm

Sonntag, 22. März 2026

ab 14.00 Uhr
Ankommen, Kaffee, Tee und Kuchen

im Hotel Michaelis
Paul-Gruner-Straße 44, 04107 Leipzig

16.30 Uhr
Mitgliederversammlung bzw. Zeit zur freien Verfügung

im Hotel Michaelis

18.00 Uhr
Begrüßung und Abendessen
20.00 Uhr
Zeit für Begegnung und Gespräche

Montag, 23. März 2026

9.00 Uhr
Begrüßung und Morgenandacht

in der Neuen Propsteikirche der Röm.-Kath. Propstei St. Trinitatis Leipzig
Nonnenmühlgasse 2, 04107 Leipzig

9.30 Uhr
Vortrag – Wenn nichts fehlt, wo Gott fehlt
Prof. Dr. Jan Loffeld

Chair of Practical Theology, Department Religion and Practice,
School of Catholic Theology, Tilburg University, NL

10.30 Uhr Pause
10.45 Uhr

Podiumsdiskussion – Wege aus der religiösen Indifferenz

Prof. Dr. Christine Schliesser (Moderation)

Beauftragte für Grundlagenarbeit Theologie, Bern, CH

Lea Dörfel

Theologiestudentin (frisch examiniert), Leipzig

Prof. Dr. Jan Loffeld

Tilburg University, NL

Markus Weimer

Dekan, Konstanz

Prof. Dr. Henning Wrogemann

Lehrstuhl für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie,
Kirchliche Hochschule Wuppertal

12.15 Uhr
Gesprächsgruppen
13.15 Uhr
Quintessenzen – Statements zum Abschluss
13.45 Uhr
Ausblick und Reisesegen
14.00 Uhr Mittagsimbiss
15.00 Uhr
Ende der Tagung

Anmeldung und Teilnahmegebühr

Bitte melden Sie sich bis zum 8. Februar 2026 an bei
Dr. Annette Weidhas, annette.weidhas@gmx.de, Funkenburgstraße 27, 04105 Leipzig.

Die Teilnahmegebühr beträgt 80,00 EUR.
Bitte überweisen Sie den Betrag auf das folgende Konto:
Empfänger: Forum Kirche und Theologie e.V. – Verwendungszweck: Tagung Leipzig.
IBAN: DE47 8605 5592 1090 3536 65 – Stadt- und Kreissparkasse Leipzig.
Studierenden kann auf Anfrage (an annette.weidhas@gmx.de) ein Zuschuss gewährt werden.

Bitte richten Sie auch Ihren Übernachtungswunsch für das Hotel Michaelis an Dr. Annette Weidhas.
Frau Dr. Weidhas leitet alle Anmeldungen an das Hotel weiter.
Das Einzelzimmer kostet 99,00 EUR, das Doppelzimmer 109,00 EUR pro Nacht, das Frühstück 18,00 EUR pro Person.