Ich habe den Eindruck: Eine echte Streitkultur gibt es kaum noch. An die Stelle kontroverser, argumentativer Auseinandersetzung tritt zunehmend eine kulturkämpferische Härte, die nur ein Ziel kennt – Andersdenkende moralisch zu diskreditieren und zum Schweigen zu bringen.
Die Waffen in diesem Krieg um Deutungshoheiten tragen nicht selten das Gütesiegel „Morals & Ethics“. Moral wird zur Munition, Ethik zur Schlagtechnik. Und ich frage mich – vielleicht bewusst naiv, aber theologisch: Was würde Jesus zu dieser Kommunikation der Schonungslosigkeit sagen?
In meiner Sonntagsblatt-Kolumne gehe ich der Frage nach, warum wir verlernt haben, hart in der Sache und zugleich achtungsvoll im Ton zu streiten – und weshalb christliche Kommunikation mehr sein müsste als moralische Überlegenheit.
Der Gastbeitrag erschien im Sonntagsblatt unter dem Titel „Ralf Frisch über Streitkultur: Warum wir eine Kommunikation der Schonungslosigkeit – und Liebe – brauchen“

