Eigentlich müsste ich als evangelischer Christ in diesen Tagen über den Reformationstag schreiben – vielleicht auch etwas Halloweenkritisches. Doch in diesem Jahr steht mir der Sinn nicht nach kulturprotestantischer Abgrenzung, sondern nach Allerheiligen. Und vielleicht ist das kein Seitenwechsel, sondern eine notwendige Frage.
Was ist uns eigentlich heilig? Was entzieht sich unserem Zugriff, unserer Ironie, unserer funktionalen Vernunft? Haben wir als evangelische Kirche womöglich verlernt, von Heiligkeit zu sprechen, ohne sofort in Distanzierungsreflexe zu verfallen?
Im Sonntagsblatt denke ich darüber nach, warum die Frage nach dem Heiligen auch – oder gerade – aus evangelischer Perspektive unvermeidlich ist.
Der Beitrag erschien im Sonntagsblatt unter dem Titel „Ralf Frisch über Heiligkeit – was uns eigentlich heilig ist“

