Am 17. November 2025 starben Alice und Ellen Kessler im Alter von 89 Jahren in Grünwald durch assistierten Suizid – begleitet von einer Ärztin und einem Juristen der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben. Ihr gemeinsamer Freitod löste viel Respekt und Sympathie aus. Zugleich wurde erneut gefordert, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2020 endlich gesetzlich umzusetzen und einen geregelten Zugang zur Suizidassistenz zu schaffen.
Was könnte man dagegen haben? Diese Frage wirkt zunächst selbstverständlich. Gerade deshalb irritiert sie mich. Denn wo Selbstbestimmung zum letzten Maßstab wird, geraten Abhängigkeit, Verletzlichkeit und die soziale Dimension des Lebens leicht aus dem Blick.
In meiner Kolumne frage ich, ob Autonomie allein trägt – und welche anthropologischen und theologischen Einwände gegen eine rein individualistische Deutung des Sterbens sprechen. Die Kolumne erschien im Sonntagsblatt unter dem Titel: „Ralf Frisch: Selbstbestimmung und Freitod – was der Fall der Kessler-Zwillinge auslöst“

