Eine Berliner Pfarrerin hat auf Instagram eine „Polyhochzeit“ öffentlich gemacht: Sie segnete vier Männer, weil man „sofort sehen konnte, dass da ganz viel Liebe zwischen ihnen war“. Der gewählte Trauspruch lautete: „Die Liebe hört nie auf.“
Mich hat dieser Vorgang nicht nur pastoral, sondern theologisch beschäftigt. Wenn sichtbare Zuneigung zum entscheidenden Kriterium kirchlicher Segnung wird, stellt sich die Frage, wo deren Grenzen liegen – und woran sie sich bemessen. Reicht der Verweis auf Liebe aus? Oder braucht kirchliches Handeln mehr als spontane Evidenz?
In meiner Kolumne gehe ich der Frage nach, wie sich biblische Tradition, kirchliche Praxis und gesellschaftliche Entwicklungen zueinander verhalten – und was geschieht, wenn Segnung zur bloßen Bestätigung dessen wird, was ohnehin schon als gut empfunden wird.
Die Kolumne erschien im Sonntagsblatt unter dem Titel: „Ralf Frisch über Polygamie, Liebe und die Grenzen kirchlicher Segnungen“

