Tagung 2027
Un
verschämt
von Gott reden
Vierte öffentliche Tagung des Forums Kirche & Theologie
am 8. und 9. März 2027 in Wuppertal
Von Gott zu reden ist schambesetzt. Wer das Wort Gott in den Mund nimmt, verlässt die Komfortzonen des Geläufigen und begibt sich in metaphysische Stresszonen. Und dies nicht nur außerhalb, sondern nicht selten auch innerhalb der Kirche.
Offenkundig ist dieses Phänomen aber nicht neu, sondern von eigentümlicher Daueraktualität. Denn schon der Apostel Paulus lässt in Römer 1,16 erkennen, dass es das Problem der Gottesverkündigungsscham und ‑scheu bereits in urchristlicher Zeit gab. Nicht zuletzt das Wort vom Kreuz als „Ärgernis“ und als „Torheit“ deutet darauf hin. Und auch Karl Barth, der später um so unverschämter und unbändiger von Gott sprach, schlug sich vor fast genau einem Jahrhundert mit diesem Problem herum. Barths dialektische Einsicht bestand bekanntlich darin, dass wir eigentlich als Menschen nicht von Gott reden können, es aber trotzdem tun müssen, weil wir als Christen nicht guten Gewissens von Gott schweigen können.
Dummerweise macht es uns gerade die Geschichte des menschgewordenen Gottes besonders schwer, von Gott zu reden. Denn wie soll ein in den Augen der Welt Gescheiterter die Welt retten und uns erlösen können? Ist es daher im Anthropozän nicht sicherer, von einem ohnmächtigen Gott zu sprechen statt naiv, blind, fahrlässig und vormodern auf Gottes Macht zu vertrauen? Und wäre es nicht am allerklügsten, plausibelsten und nachvollziehbarsten, Gott schlicht aus dem theologischen Diskurs auszuklammern und vornehm von ihm zu schweigen? Außerdem gibt es in der Neuzeit ja eine weit weniger schambesetzte und obendrein bewährte aufgeklärte Alternative zum Reden von Gott. Die Reduktion des christlichen Glaubens auf die Ethik nämlich, die auch deshalb schnell bei der Hand ist, weil das Wort Gott ohnehin nur eine Metapher für Mitmenschlichkeit zu sein scheint.
Auf der Strecke bleibt bei dieser Transformation der Theologie in Anthropologie jedoch jede Möglichkeit, ein eigenmächtiges Handeln Gottes am Menschen und an der Welt zur Sprache zu bringen. Aber genau davon, dass Gott etwas tut, ehe wir etwas tun können und ohne dass wir etwas tun könnten, lebt der christliche Glaube. Er lebt von der Sehnsucht nach der heilsamen Gegenwart des auferstandenen Heilands. Und er lebt von der Hoffnung auf ein rettendes endzeitliches Handeln Gottes an seiner hinfälligen und vergänglichen Schöpfung.
Wer all das heute zur Sprache zu bringen wagt, hat es allerdings nicht nur nicht leicht, sondern könnte sich auch fragen, wie das überhaupt gehen soll. Und genau über diese Frage möchten wir mit Ihnen bei der vierten öffentlichen Tagung des Forums Kirche & Theologie ins Gespräch kommen.
Herzliche Einladung auf den „Heiligen Berg“ nach Wuppertal!
Im Namen des Vorstands
Prof. Dr. Dr. Günter Thomas, Bochum
Kirchenrat Dr. Volker A. Lehnert, Düsseldorf
Programm
Montag, 8. März 2027 |
|
|---|---|
| ab 14.00 Uhr |
Ankommen, Kaffee, Tee und Kuchenim Tagungshaus „Auf dem Heiligen Berg“ |
| 16.30 Uhr |
Mitgliederversammlung bzw. Zeit zur freien Verfügung |
| 18.00 Uhr |
Begrüßung und Abendessen |
| 20.00 Uhr |
Zeit für Begegnung und Gespräche |
Dienstag, 9. März 2027 |
|
|---|---|
| 9.00 Uhr |
Begrüßung und Morgenandacht |
| 9.30 Uhr |
Vortrag – Unverschämt von Gott redenProf. Dr. Ralph KunzProfessor für Praktische Theologie an der Universität Zürich |
| 10.30 Uhr | Pause |
| 10.45 Uhr |
Podiumsdiskussion zum ThemaDr. Harald Knobloch (Moderation)Gemeindepfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in Plech Melina PuhlmannStudentin der Evangelischen Theologie an der Ruhr-Universität Bochum Dr. Anke WiedekindGemeindepfarrerin der Evangelischen Kirche im Rheinland in Cochem Dr. Julia DrubeAkademische Rätin am Lehrstuhl Praktische Theologie II der Ludwig-Maximilians-Universität München Dr. Holger PykaDirektor des Seminars für pastorale Ausbildung Wuppertal Prof. Dr. Ralph KunzProfessor für Praktische Theologie an der Universität Zürich Antje MennVizepräses der Evangelischen Kirche in Rheinland |
| 12.15 Uhr |
Mittagessen |
| 13.15 Uhr |
Gesprächsgruppen zur Vertiefung |
| 14.00 Uhr | Kaffeepause |
| 14.30 Uhr |
Gesprächsgruppen zur Vertiefung |
| 15.15 Uhr |
Quintessenzen – Statements zum Abschluss |
| 15.45 Uhr |
Ausblick und Reisesegen |
| 16.00 Uhr |
Ende der Tagung |
Stand: 23. Oktober 2026 – Änderungen am Programm und an den organisatorischen Angaben bleiben vorbehalten.
Foto: © Internationales Evangelisches Tagungszentrum Wuppertal GmbH
Anmeldung und Teilnahmegebühr
Bitte melden Sie sich möglichst bis zum 31. Dezember 2026, spätestens bis zum 8. Februar 2027 an bei:
Dr. Annette Weidhas, annette.weidhas@gmx.de, Funkenburgstraße 27, 04105 Leipzig.
Die Teilnahmegebühr beträgt 80,00 EUR, für Studierende, Doktoranden und Auszubildende 20,00 EUR.
Bitte überweisen Sie den Betrag auf das folgende Konto:
Empfänger: Forum Kirche und Theologie e. V. – Verwendungszweck: Tagung 2027.
IBAN: DE47 8605 5592 1090 3536 65 – Stadt- und Kreissparkasse Leipzig.
Bitte richten Sie auch Ihren Übernachtungswunsch an Dr. Annette Weidhas.
Das Einzelzimmer inkl. Frühstück kostet 100,00 EUR, das Doppelzimmer inkl. Frühstück 115,00 EUR pro Nacht.
Die Übernachtungskosten sind vor Ort in Wuppertal zu bezahlen.
Fehlt Gott – oder fehlt uns die Frage?
Die Jahrestagung 2026 widmete sich einer unbequemen Diagnose: Nicht Zweifel oder Ablehnung prägen die Gegenwart, sondern Gleichgültigkeit gegenüber der Gottesfrage.
Gott um seiner selbst willen lieben – Zwischen spiritueller Sehnsucht und theologischer Ratlosigkeit
Gott um seiner selbst willen lieben – Zwischen spiritueller Sehnsucht und theologischer Ratlosigkeit: Norbert Roth lädt ein, die radikale Liebe Gottes neu zu wagen.
Kirche ohne Gott? Vom Aushalten der Leere und dem Mut zur Hoffnung
Leere spürt sich oft als Gottferne – Oliver Albrecht lädt ein, diese Spannung auszuhalten und gemeinsam den Mut zur Hoffnung neu zu wachsen.
Zur Theologievergessenheit der Theologie
Die akademische Theologie droht sich selbst zu verlieren, wenn sie ohne Kirche, ohne Evangelium und ohne Gott denkt. Dalferth spricht Klartext – für ein reformiertes Fach.



