Ralf Frisch plädiert in seinem Cicero-Artikel trotz aller berechtigten Kirchenkritik dafür, den noch immer großen Kirchen die Treue zu halten, statt ihnen den Rücken zu kehren. Es könnte nämlich der Tag anbrechen, an dem den Kindern der Säkularisierung zu dämmern beginnt, dass sie diese Kirchen schmerzlich vermissen werden — spätestens dann, wenn in Europa nichts mehr an den Geist des christlichen Abendlands und dessen jüdische Wurzeln erinnert, wenn ins spirituelle Vakuum dieses Abendlands skrupellosere religiöse und pseudoreligiöse Ideologien vorstoßen und wenn dort unübersehbar und militant die Ungeheuer ihr Unwesen treiben, die der Schlaf der christlichen Vernunft hervorgebracht hat.
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