Wie oft und unverzeihlich habe ich mich in der Vergangenheit über die Verstofftierung Gottes in der Theologie und in der Kirche meiner Gegenwart lustig gemacht und echauffiert!
Ein Kollege schrieb mir vor wenigen Monaten, ich tue mit meiner schroffen Kritik dem Stofftier, insbesondere dem Teddybären unrecht. Gott müsse unter allen Umständen ein solches Stofftier sein, um in einer gnadenlosen Welt wirklich als Gott ernstgenommen werden zu können. Denn was hätte diese Welt der unausrottbaren Erniedrigungen nötiger als ein niedliches Stofftier! Wenn alle Mühseligen und Beladenen, alle Geknickten und Verhärteten, alle Selbstgerechten und Schamlosen, alle Verhärmten und Brutalen, alle Täter und alle Opfer den Mut hätten, und sei es heimlich, ein Stofftier an ihr Herz zu drücken, dann wäre die Welt vielleicht zu retten. — Lesen Sie hier meine neue Sonntagsblattkolumne „Warum Gott ein Teddybär sein muss“.

