Über die Grenzen kirchlicher Weltverbesserung und die Eigenständigkeit des Glaubens
Wie politisch darf Kirche sein? Wo liegen die Grenzen ihres gesellschaftlichen Engagements? Und was bleibt vom christlichen Glauben, wenn er zunehmend auf moralische Positionen und politische Forderungen reduziert wird?
In ihrem Beitrag für die evangelische Zeitschrift zeitzeichen setzt sich die Theologin Dr. Annette Weidhas mit aktuellen Kontroversen innerhalb des Protestantismus auseinander. Ausgangspunkt sind Beiträge von Matthis Glatzel und Angelika Nothwang sowie die Positionen der Theologen Ulrich H. J. Körtner und Ralf Frisch.
Weidhas hinterfragt die politische Einordnung in rechte und linke Lager, kritisiert ideologische Einseitigkeiten und plädiert für einen offenen, fairen Diskurs innerhalb der Kirche. Dabei geht es ihr nicht darum, gesellschaftliche Verantwortung zurückzuweisen. Vielmehr fordert sie, zwischen politischem Handeln und dem eigenständigen theologischen Auftrag der Kirche zu unterscheiden.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob der christliche Glaube mehr zu sagen hat als die Forderung nach einer gerechteren Welt. Weidhas erinnert an zentrale Glaubensinhalte wie Erlösung, Versöhnung und Auferstehungshoffnung. Sie warnt davor, das christliche Heilsversprechen vollständig auf gesellschaftlichen Fortschritt und politische Weltverbesserung zu übertragen.
Ihr Beitrag ist zugleich ein Plädoyer für die Freiheit theologischen Denkens, für die Anerkennung unterschiedlicher Positionen und für einen Glauben, der sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung stellt, ohne darin aufzugehen.
Der Artikel erschien am 21. Oktober 2026 in der Zeitschrift zeitzeichen.
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Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion von zeitzeichen.

