Ich bin ja ein großer Fan von Untergangsszenarien. Schon als Kind habe ich mich gefragt, woran ich wohl einmal sterben werde. Ja, ich weiß. Das lässt tief blicken. Und ich weiß natürlich auch, dass solche Gedanken ungefähr so gesund sind wie Gänsebraten um fünf vor zwölf Uhr nachts. Aber abgesehen davon, dass man es sich nicht aussuchen kann, wer oder was einen fasziniert, sind Untergangsgedankenexperimente das, was Freeclimbing oder Formel 1 sind. Extremsportarten des Geistes. Sie geben der Seele denselben Kick wie echten Helden ihre 1000er Ducati. Und weil ich zum Motorradfahren zu ängstlich bin, fröne ich halt von je her der Passion des Untergangs und frage mich, woran unsere abendländische Welt und ihre abendländische Kirche dereinst sterben werden oder womöglich schon gestorben sind, weil sie ja vielleicht längst eine Art Zombieexistenz führen.
Holzwege der Selbstsäkularisierung
Bei einer Podiumsdiskussion sagte jüngst eine Kollegin, die evangelische Kirche müsse endlich ihre Nabelschau beenden und den Blick über sich selbst hinaus weiten, um wirklich Kirche für andere zu sein und Neuaufbrüche zu eröffnen. Der Unterschied von Kirche und...

