Smartphones und Bone Cuts

Wie Das Smartphone Unsere Anthropologie Verändert

Den Abend des ersten Sonntags nach Epiphanias verbrachte ich in diesem Jahr mit meiner Mutter in der Notaufnahme eines Klinikums. Dort hatte ich nicht nur sehr viel Zeit, die Menschen zu beobachten, die sich auf den Gängen angesammelt hatten. Ich hatte auch eine Erscheinung – und zwar in Gestalt dreier Kinder. Deren viertes Geschwister hatte sich offenbar den Arm gebrochen, was die ganze Familie zu einem Sonntagsausflug der etwas anderen Art aufbrechen ließ. Die drei Kleinen saßen im Wartebereich auf drei Stühlen nach Größe gestaffelt mucksmäuschenstill und unbeaufsichtigt nebeneinander, während Mama und Papa sich viele Meter weit entfernt um ihre verletzte Älteste kümmerten.

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Kirche und KI

Mir geht es manchmal ein wenig wie dem französischen Schriftsteller Michel Houellebecq. Der sagte vor kurzem bei seinem Auftritt auf dem Monte Verità, er habe sich immer gewünscht, einen Roman mit Happy End zu schreiben, nur sei ihm das leider bislang nicht gelungen....

Braucht es Kirche(n)?

Ralf Frisch ist in zwei epd-Meldungen über den Satz gestolpert, dass es auf Kirchengebäude nicht ankommt. Das hat ihn zum Nachdenken gebracht – auch über die Frage, ob es dann eigentlich noch auf die Kirche ankommt. Ich bin trotz aller Frühlingsgefühle traurig. Und...

Holzwege der Selbstsäkularisierung

Bei einer Podiumsdiskussion sagte jüngst eine Kollegin, die evangelische Kirche müsse endlich ihre Nabelschau beenden und den Blick über sich selbst hinaus weiten, um wirklich Kirche für andere zu sein und Neuaufbrüche zu eröffnen. Der Unterschied von Kirche und...

„Ich steh an deiner Krippen hier …“

Es begab sich aber zu der Zeit, dass die neunjährige Anna ausersehen wurde, im Weihnachtskrippenspiel ihres Dorfes eine Rolle zu spielen, um die sie alle beneideten. Sie, nicht etwa ihre seltsame Nachbarin und Nichtfreundin Heidi, durfte das Hirtenmädchen sein und in...

Adventsdämmerung

Der Nebel ist so dicht, dass weder Fernlicht noch Nebelscheinwerfer etwas dagegen ausrichten. Ich kann das Sträßlein vor mir fast nicht sehen. Gottseidank kenne ich den Weg. Ich parke hinten am Friedhof. Als ich das eiserne Türchen öffne, verschrecke ich eine Katze....

Wolke sieben?

„Jetzt sind sie“, schreibt Wiebke Hüster in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach dem Freitod der Kessler-Zwillinge, „im Alter von 89 Jahren so gestorben, wie sie als Frauen gelebt haben: selbstbestimmt und gemeinsam. Und wohlhabend.“ Souverän bis zuletzt...