Ralf Frisch über KI, Glaube und die Zukunft der Verkündigung

Mir geht es manchmal ein wenig wie dem französischen Schriftsteller Michel Houellebecq. Der sagte vor kurzem bei seinem Auftritt auf dem Monte Verità, er habe sich immer gewünscht, einen Roman mit Happy End zu schreiben, nur sei ihm das leider bislang nicht gelungen. Ich selbst würde es so sagen: Weil mir das Happy End nicht gegeben ist und weil kein Mensch und keine Menschheit dieses Happy End zu bewerkstelligen vermag, überlasse ich das Happy End lieber Gott. Die Steine auf den Gräbern der Welt sind schlicht zu schwer für den Homo sapiens. Also zurück zur Depression. Sie beschleicht mich derzeit nicht nur angesichts der Weltlage, sondern auch beim Korrigieren mancher schriftlicher Studienarbeiten. Bereits nach der Lektüre weniger Sätze weiß ich, wes Geistes Kinder diese Hausarbeiten sind – und zwar Kinder der KI … Lesen Sie hier meine neue Sonntagsblattkolumne!

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Kirchturmdenken

Nur mal so nebenbei bemerkt: Ich hätte schon eine Idee, wie die evangelische Volkskirche oder das, was von ihr noch übrig ist, die nächsten zehn Jahre überleben könnte. Und ich hätte auch einen Slogan für diese Idee. Er lautet: „Kirchgeld statt Kirchensteuer!“ Die...

Braucht es Kirche(n)?

Ralf Frisch ist in zwei epd-Meldungen über den Satz gestolpert, dass es auf Kirchengebäude nicht ankommt. Das hat ihn zum Nachdenken gebracht – auch über die Frage, ob es dann eigentlich noch auf die Kirche ankommt. Ich bin trotz aller Frühlingsgefühle traurig. Und...

Holzwege der Selbstsäkularisierung

Bei einer Podiumsdiskussion sagte jüngst eine Kollegin, die evangelische Kirche müsse endlich ihre Nabelschau beenden und den Blick über sich selbst hinaus weiten, um wirklich Kirche für andere zu sein und Neuaufbrüche zu eröffnen. Der Unterschied von Kirche und...

Smartphones und Bone Cuts

Den Abend des ersten Sonntags nach Epiphanias verbrachte ich in diesem Jahr mit meiner Mutter in der Notaufnahme eines Klinikums. Dort hatte ich nicht nur sehr viel Zeit, die Menschen zu beobachten, die sich auf den Gängen angesammelt hatten. Ich hatte auch eine...

„Ich steh an deiner Krippen hier …“

Es begab sich aber zu der Zeit, dass die neunjährige Anna ausersehen wurde, im Weihnachtskrippenspiel ihres Dorfes eine Rolle zu spielen, um die sie alle beneideten. Sie, nicht etwa ihre seltsame Nachbarin und Nichtfreundin Heidi, durfte das Hirtenmädchen sein und in...

Adventsdämmerung

Der Nebel ist so dicht, dass weder Fernlicht noch Nebelscheinwerfer etwas dagegen ausrichten. Ich kann das Sträßlein vor mir fast nicht sehen. Gottseidank kenne ich den Weg. Ich parke hinten am Friedhof. Als ich das eiserne Türchen öffne, verschrecke ich eine Katze....