Das Erntedankfest erinnert daran, dass uns die Schöpfung geschenkt ist. Es erinnert aber ebenso daran, dass wir in ihr nur leben können, wenn wir sie bebauen, gestalten und ihren Schattenseiten etwas entgegensetzen.
Der Mensch ist deshalb nicht nur Bewahrer und Genießer der Natur, sondern auch ihr Bearbeiter. Zugleich zeigt sich, wie leicht die Schöpfung durch menschliche Schöpfungen aus dem Gleichgewicht geraten kann.
Ein Erntedankfest, das nur Naturverehrung wäre, griffe deshalb zu kurz. Säen und Ernten, Bewahren und Gestalten gehören zusammen – gerade in einer Welt, die nicht mehr der Garten Eden ist.

