Das Forum Kirche & Theologie veröffentlicht zwei Predigten von Ralf Frisch,
die am 29. und 30. Mai 2026 in der Thomaskirche Leipzig gehalten wurden.
Die erste Predigt nimmt Psalm 149,1 auf: „Singt dem Herrn ein neues Lied.“ Sie fragt danach, wie Lob, Glaube und Gegenwart zusammengehören – und was es bedeutet, den Glauben nicht wie einen alten Film zu bewahren, sondern ihn neu für die Gegenwart zum Klingen zu bringen. Doch moderne Untertitel oder eine neue Synchronisation des Filmes genügen nicht: Sie lassen den Menschen mit seiner Endlichkeit allein. Die Predigt wünscht ein neues, sehr altes – ein ewig junges Lied der Bibel …
Die zweite Predigt steht unter dem Wort aus Johannes 3,1–8, dem nächtlichen Gespräch Jesu mit Nikodemus. Im Mittelpunkt steht die Frage nach Gott: Gibt es ihn wirklich? Damit greift die Predigt ein Gespräch Professor Frischs mit einem atheistischen Studenten auf. „Wenn jemand nicht von oben geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen“ – Frisch selbst nimmt dieses Wort Jesu als Trost in den Augenblicken des Nicht-glauben-Könnens, des Zweifels, der Resignation, wenn die Dämonen aus der Dunkelheit herauskommen. Aber genügt das? Ein Glaubensrezept wäre einfacher …
In den Motetten in der Thomaskirche Leipzig begegnen sich Wort, Musik und liturgische Tradition an einem Ort, der seit Jahrhunderten für geistliche Musik von besonderer Strahlkraft steht.

