Es ist Happy Hour im „Church’s“. Happy Hour in einer unhappy world. Ich setze mich an den Tresen. Der Barkeeper, der ein bisschen so aussieht wie Robert Redford, lächelt sein unerschütterliches Barkeeperlächeln und fragt mich, was es denn sein darf. „Was empfehlen Sie mir denn?“, frage ich zurück. „Nehmen Sie doch einen Bonhoeffer“, sagt er. „Einen Bonhoeffer? Was darf ich mir darunter vorstellen?“ – „Lassen Sie sich überraschen“, sagt der Mann hinter dem Tresen. „Sie werden es nicht bereuen.“ „Also gut“, sage ich, auch wenn es sich ein bisschen pietätloser anfühlt, als beim Tennisclubitaliener eine Pizza Boris oder Steffi zu essen. „Dann trinke ich einen Bonhoeffer.“ – „Geschüttelt oder gerührt?“ – „Bloß nicht geschüttelt“, sage ich. „Die Welt ist erschütternd genug. Ich brauche Ruhe. Aber ein ansatzweises Hochgefühl wäre auch nicht schlecht.“ – „Sie werden sehen“, sagt Robert, „dann ist ein Bonhoeffer genau das Richtige für Sie.“
Warum Gott ein Teddybär sein muss
Wie oft und unverzeihlich habe ich mich in der Vergangenheit über die Verstofftierung Gottes in der Theologie und in der Kirche meiner Gegenwart lustig gemacht und echauffiert! Ein Kollege schrieb mir vor wenigen Monaten, ich tue mit meiner schroffen Kritik dem...

